Die Sonne auf der Insel Pag war gerade dabei aufzugehen, als mein Wecker klingelte. Tag 18 unserer Reise durch Kroatien stand vor der Tür, und mein Plan für den heutigen Tag war eine weitere Radtour.
Im Gegensatz zu meiner letzten Tour, die hauptsächlich auf asphaltierten Strassen verlief, war ein Grossteil der heutigen Strecke unbefestigt. Ich war auf unruhiges Terrain gefasst und trotz des holprigen Weges war ich begeistert, die unbebaute Wildnis Pags zu erleben. Eine zusätzliche Erleichterung war die Abwesenheit von Verkehr. Ich hatte den Luxus, die Natur allein zu geniessen, ohne vom hektischen Verkehrslärm gestört zu werden.
Ich machte gute Fortschritte, doch als ich auf eine Baustelle stiess, die mit einem Fahrverbotsschild markiert war, war ich gezwungen, meinen Weg zu überdenken. Zuerst schien die Barriere keine grosse Herausforderung zu sein. Ich dachte, ich könnte einfach das Fahrrad schieben und weitergehen. Doch die Realität bewies mir das Gegenteil. Die gesamte Strasse war durch einen Erdrutsch blockiert und ein Durchkommen, selbst zu Fuss, war unmöglich. In Kroatien scheint ein Fahrverbot tatsächlich ein echtes Verbot zu sein – sogar für Wanderer und Radfahrer!
Nachdem ich feststellte, dass ich hier nicht weiterkommen würde, kehrte ich um und nahm die mühselige Aufgabe auf mich, den steilen Hang hinaufzufahren. Die Steigung war steil und anstrengend, aber der Ausblick war es wert. Von hier oben konnte ich einen Blick auf die Weiten der Insel Pag und das Meer werfen – ein Anblick, der alle Mühen vergessen liess.
Die weitere Strecke führte mich über staubige und holprige Schotterwege. Nach einiger Zeit erreichte ich die Umgebung des Ortes Pag. Hier waren die Strassen wieder asphaltiert, ein willkommener Wechsel nach den unruhigen, staubigen Pfaden.
In Pag angekommen, machte ich einen kurzen Rundgang durch den Hafen. Obwohl es ein charmanter kleiner Ort war, war er eher heruntergekommen und es schien nicht viel los zu sein. Ich nahm das als Signal, mich auf den Rückweg zu machen. Bisher war die Strecke mehr oder weniger flach gewesen, doch jetzt stand eine anspruchsvolle Steigung bevor. Das war der Preis, den ich zahlen musste, um auf die andere Seite der Insel zu gelangen.
Die Rückfahrt zum Campingplatz war genauso herausfordernd und aufregend wie die Hinreise. Der steile Abstieg auf der anderen Seite war rasant und die steilen Anstiege forderten meine Ausdauer heraus. Aber auch diese Anstrengungen waren es wert, denn der Ausblick, der sich von oben bot, war atemberaubend.































Zurück auf dem Campingplatz, fand ich meine Familie noch im Bett vor. Das Frühstück war noch nicht fertig, aber das störte mich nicht. Bevor ich mit der Zubereitung des Frühstücks begann, sprang ich für eine erfrischende Abkühlung ins Meer. Das kühle Wasser war die perfekte Belohnung nach der langen Radtour.
Der restliche Tag verlief in entspanntem Tempo. Nach dem Frühstück wollten die Kinder den Pool und die Rutsche geniessen. Nach der Mittagspause ging es dann noch ein letztes Mal zum Strand. Trotz des herannahenden schlechten Wetters genossen wir die friedliche Atmosphäre des Strandes.



Am Ende des Tages gingen wir zum Abendessen ins Restaurant des Campingplatzes. Als besonderes Highlight bekamen die Kinder statt einem Glace ein Airbrush-Tattoo, ein schönes Andenken an einen weiteren unvergesslichen Tag in Kroatien.





