Früh um 5 Uhr werden wir durch gleichmässiges Prasseln auf dem Dach geweckt. Es dauert einen Moment bis wir realisieren, dass es regnet. Dies kommt unverhofft, denn es war kein Regen gemeldet. Wir drehen uns um und schlafen weiter.
Als ich um 9 Uhr aufstehe und die Rollladen hochmache, lacht mich aber bereits wieder die Sonne an und der Himmel ist wieder Stahlblau. Wir essen Zmorge und machen das Womo abfahrtsbereit. Das erste Ziel ist die ESSO Tankstelle in Lakselv, welche eine Entsorgungsstation für Womos besitzt. Leider ist diese ausser Betrieb und wir fahren unverrichteter Dinge weiter. Kurz vor unserem Ziel sollte es gemäss Womoführer noch einmal eine Entsorgungsmöglichkeit haben.
Den ersten Zwischenstopp legen wir beim Silfar-Canyon ein, wo wir eine kleine Wanderung entlang des Canyons machen. Die Mücken hätten uns auch hier zum fressen gerne, wenn nicht der Mückenspray wäre, welchen wir vorsorglich aufgetragen haben.
Einen weiteren Zwischenstopp legen wir bei einem Wasserfall ein. Hier fliesst der Adamsfoss ins Meer. Das Wasser wird hier von senkrecht stehenden Platten umgeleitet. Aber das Wasser hat sich mit der Zeit seinen Weg gebahnt und die Felsen sind richtig ausgefressen.
Nach diesem kurzen Stopp geht es weiter und die Strasse führt uns auf eine Hochebene wo ein paar hundert Rentiere weiden und immer mal wieder die Strasse überqueren. Die Landschaft ist atemberaubend und unterscheidet sich stark von der gewohnten Küstenlandschaft. Überall Steine und hinter jedem Hügel ein neuer See. Bäume hingegen sucht man hier oben vergebens.
Gegen 17 Uhr sind wir am Ziel unserer heutigen Etappe, dem Womonordkapp, angekommen. Das Womonordkapp wurde von den Autoren des Reiseführers so benannt und ist der nördlichste Punkt auf Europas Festland. Denn das Nordkapp liegt ja bekanntlich auf einer Insel. Die Küste wird durch ein Naturschutzgebiet geschützt und beherbergt die grösste Kolonie an Schmarotzermöwen in Norwegen. Deswegen ist hier Campen auch nur auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen erlaubt, welche leider nicht gerade zahlreich vorhanden sind. Der Grösste ist bereits voll mit Wohnmobilen. Wir haben aber Glück und finden noch einen freien Platz auf einem kleineren Parkplatz.
Wir parkieren das Womo so, dass wir auf das Meer hinaus und zum nördlichsten Leuchtturm der Welt schauen und die Mitternachtssonne beobachten können. Ich starte einen zweiten Versuch für einen Zeitraffer und wie beim ersten Mal ziehen wieder Wolken auf und verdecken die Sonne. So muss der Tag eben ohne Mitternachtssonnenblick enden.
Mehr Bilder gibt es hier: Gallerie Tag 18
Route Tag 18



