Als um 9 Uhr der Wecker klingelt höre ich den Regen auf das Womo prasseln. Kurzerhand entscheide ich, dass wir nicht schon auf die 11 Uhr Führung in der Miene gehen, sondern erst auf die 12 Uhr Führung. So drehe ich mich nochmal um und schlafe weiter. Sibylle hat da selbstverständlich nichts dagegen und schläft friedlich weiter.
Um 10 Uhr stehen wir dann doch auf und geniessen ein Frühstück. Da es vom Parkplatz zur Miene noch 2.6 km sind, wollen wir um 11:15 Uhr los. Als wir dann endlich loslaufen, ist es bereits 11:30 Uhr. Wir marschieren forschen Schrittes in Richtung Miene und schaffen es gerade noch rechtzeitig zur Führung um 12 Uhr. Zum Beginn der Führung setzen wir uns mit unserem Guide in eine Hütte, wo sie uns ein paar Fakten über die Miene und die Steine, welche hier gefunden werden, erzählt.
Die Miene ist die grösste in Europa, welche Amethysten fördert. Die Philosophie der Firma ist es, dass alles per Hand gemacht wird und keinen schweren Maschinen verwendet werden. So wird es auch noch 500 Jahre dauern, bis alle Amethysten abgebaut sind. Würden sie mit Maschinen abbauen, so wären alle Halbedelsteine in 5 Jahren abgebaut. Da der ganze Berg durch die Eiszeit richtiggehend zermahlen wurde, muss auch nicht unter Tage geschürft werden. Alles kann oberirdisch abgebaut werden.
Nach dieser kurzen Einführung dürfen wir uns selbst ans Werk machen und nach den violetten Steinen suchen. Dies ist gar nicht so einfach, denn auch das normale Gestein ist Violett und so muss man teilweise schon genau hinsehen, um den Unterschied zu erkennen. Trotzdem dauert es nicht lange, bis wir den ersten Amethysten finden. Nach einer halben Stunde ist unsere Zeit zu Ende und wir waschen unsere Funde. Wir dürfen beide den schönsten Stein mit nach Hause nehmen.
Nach dem Schürfen steht noch ein Besuch im Shop an, wo Sibylle natürlich nicht wiederstehen kann und neue Ohrenstecker mit einem Amethysten kauft. Wir schauen auch noch kurz im Souvenirshop neben dem Minenshop rein, sehen aber nichts, dass uns interessiert.
Da für den nächsten Tag in dem Gebiet in welchem wir wandern gehen wollten schlechtes Wetter vorhergesagt ist, entschliessen wir uns spontan direkt nach Rovaniemi zu fahren. Dort angekommen checken wir wieder einmal auf einem Campingplatz ein, da es in Finnland keine Entsorgungsstationen für Womos gibt. Auch ist es am einfachsten in der Stadt so einen Platz zu finden.
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Route Tag 22

