Heute Morgen präsentiert sich das Wetter von seiner besseren Seite und das Frühstück findet mal wieder draussen statt. Es ist erst das 2. Mal seit wir in Skandinavien unterwegs sind, dass wir draussen essen können.
Nach dem Frühstück machen wir uns an die Tagesplanung. Eigentlich wollen wir auf eine River Rafting Tour gehen. Aber leider teilt uns der Veranstalter mit, dass momentan keine Touren durchgeführt werden. Damit gibt sich Sibylle aber nicht zufrieden und bucht stattdessen für 15:30 Uhr eine Kanutour.
Da wir erst nachmittags paddeln gehen können, entschliessen wir uns zu Fuss in die Stadt zu laufen. Auf der Karte haben wir eine Messerfabrik ausfindig gemacht, welche auch einen Fabrikladen besitzt. Diesen wollen wir uns ansehen. Die Messerfirma fertigt die traditionellen finnischen Messer seit 1928. Wir schauen uns die kleine Ausstellung mit alten Messern an. Anschliessend wechseln wir zum Shoppingteil wo wir uns die Messer anschauen.
Ein Messer springt uns besonders ins Auge. Neben dem Messer ist auch eine Beschreibung aufgehängt, nach welcher die Sami glauben, dass das Messer böse Geister vertreibt. Auch soll es den Besitzer vor Unglück beschützen. Es besitzt einen Griff aus Birke. Im hinteren Teil ist ein Hohlraum in welchem gemäss Samischer Tradition eine Hexe einen Zahn platziert. Der Hohlraum ist mit einem Stück Rentierhorn verschlossen. Schüttelt man das Messer hört man den „Zahn“ klimpern. Das Schütteln soll die bösen Geister vertreiben.
Nach dem Ausflug zur Messerfabrik schauen wir uns noch etwas die Innenstadt von Rovaniemi an und kehren anschliessend zum Campingplatz zurück, wo wir pünktlich um 15:30 Uhr von unserem Guide abgeholt werden.
Zuerst machen wir einen kleinen Abstecher ins Büro des Touranbieters wo wir bezahlen und mit Schwimmweste und Gummistiefeln ausgerüstet werden. Danach fahren wir ca. 15 Minuten zu dem ruhigen Fluss Kemijoki ausserhalb von Rovaniemi.
Nach einer kurzen Einführung durch unseren Guide geht es auch schon los. Ich sitze hinten als Steuermann und Sibylle sitzt vorne als „Motor“. Sibylle’s Aufgabe ist es einfach gleichmässig zu paddeln und uns so vorwärts zu bringen. Ich bin dafür verantwortlich, dass das Kanu geradeausfährt und unterstütze, wenn ich nicht Steuern muss den „Motor“ beim Paddeln.
Unser Guide begleitet uns mit einem Ruderboot und gibt uns ab und zu Tipps und sagt uns wo wir durchfahren sollen. Wir sind die einzigen auf dem Trip und können es so richtig geniessen. Nach einer halben Stunde kommen wir zu einem kleinen Wasserfall, zu welchem wir nur mit dem Kanu ran kommen. Unser Guide wartet bei der Mündung des Baches auf uns.
Danach geht es weiter auf dem Fluss, bis wir zu einer Stelle kommen, wo ein Baumstamm das Weiterkommen verhindert. Ich navigiere mit Sibylle noch etwas durch die kleinen Seitenarme, bis wirklich nichts mehr geht. Danach kehren wir um und kurz darauf ist Picknick angesagt.
Wir gehen bei einer Holzhütte mit Feuerstelle an Land. Die Hütte ist Privat, aber alles rundherum darf frei genutzt werden. Unser Guide holt etwas Feuerholz und im Nu haben wir ein kleines Feuer, auf welchem wir die Würste grillieren, welche unser Guide mitgebracht hat. Die Würste sind etwas dünner, dafür länger als ein Cervelat. Schmecken tun sie aber sehr ähnlich. Wir geniessen das Picknick und unser Guide erzählt uns Geschichten aus der Winterzeit.
Danach geht es zurück zum Ausgangspunkt, wo wir wieder an Land gehen und zurück zum Camping gebracht werden. Der Trip war super und auch nicht anstrengend. Das Paddeln ist richtig entspannend. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir die Natur auf dem Wasser erkunden.
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