Heute Morgen steht ein Besuch auf einer Rentierfarm an. Gesehen haben wir schon viele, aber richtig nahe ran konnten wir noch nicht. Deshalb hat Sibylle eine Führung auf einer Rentierfarm gebucht.
Neben uns sind noch ein Pärchen aus der Innerschweiz und ein Pärchen aus Kroatien dabei. Wir werden freundlich begrüsst und zum Rentiergehege geführt. Dieses ist aber komplett leer und weit und breit ist kein Rentier zu sehen. Dies ändert sich aber schlagartig, als unsere Führerin das Futter bereit macht und ein paar Mal auf den Blechkübel schlägt in welchem das Futter ist. Auf einmal kommen mindestens ein Dutzend Rentiere angerannt und macht sich genüsslich ans Fressen. Wir stehen mitten drin und können sie einmal von nahe begutachten und teilweise auch streicheln.
Sobald die Rentiere genug gefressen haben, machen sie sich wieder vom Acker, da sie hier stark durch Mücken gestört werden. Auch Rentiere haben unter der Mückenplage zu leiden. Für die Rentierbesitzer sind die Mücken aber wie Herdenhunde. Aufgrund der vielen Mücken halten sich die Tiere in grossen Herden auf, so dass auf ein Rentier weniger Mücken zusammen kommen. Auch treiben die Mücken die Rentiere auf die windigen Fjiells wo die Plage weniger schlimm ist. Dort werden die Rentiere jeden Sommer zusammen getrieben. Die jungen Rentiere werden eingefangen und das Zeichen des Besitzers wird in deren Ohren geschnitten. Auch werden die Tiere aussortiert, welche in die Schlachtung gehen.
Am Ende der Tour geniessen wir noch heisse Getränke und ein finnisches Gebäck in einem schönen alten Blockhaus. Wir erfahren, dass das Haus früher an einem anderen Ort stand. Dort wurde es kurzerhand auseinandergebaut und hier auf der Farm wieder aufgebaut.
Nach diesem leerreichen Morgen fahren wir zurück nach Rovaniemi. Etwas ausserhalb des Zentrums finden wir ein grosses Einkaufszentrum, in welchem wir unsere Vorräte aufstocken. Anschliessend fahren wir zurück in die Stadt wo wir das Womo nicht unweit des Campingplatzes auf einem Parkplatz parkieren. Wir planen heute Nacht hier zu übernachten, da der Campingplatz doch sehr teuer ist.
Wir vertreiben die Zeit mit dem Versuch diverse Schrauben wieder festzuziehen, welche sich aufgrund der andauernden Vibrationen gelöst hatten. Dies aber leider mit eher wenig Erfolg, da die Schrauben schwer zugänglich sind. So wird uns das knarzen während des Fahrens auch weiterhin begleiten.
Schon bald darauf treffen Karin und Martin bei uns ein. Sie sind heute aus der Schweiz nach Rovaniemi geflogen, wo sie ihre Skandinavientour mit dem Auto starten. Wir essen noch kurz etwas und machen uns dann auf den Weg zum Polarkreis.
Dort angekommen besuchen wir zuerst eine Huskyfarm mit ca. 75 Hunden. Die meisten Hunde sind in Zwingern untergebracht. Andere sind an einer ca. 10 m langen Kette angekettet und haben eine einfache Hundehütte zur Verfügung. Sobald ein Husky zu Bellen beginnt, stimmen alle anderen mit ein und es wir sehr laut. Auch junge Huskys sind zu sehen, allerdings sind diese auch bereits 5 Monate alt.
Nach dem Besuch der Farm geht es weiter ins Santa-Village. Wir schauen uns ein paar Läden an und besuchen das Post Office. Allerdings gibt es nicht viel Interessantes und so ist unser Aufenthalt von eher kurzer Dauer. Karin und Martin bringen uns zurück zum Womo und wir verabreden uns zum Abendessen, so dass die beiden im Hotel noch etwas ausspannen können.
Für das Abendessen haben wir ein Restaurant mit Lapplandspezialitäten ausgewählt. Da darf natürlich Rentier nicht fehlen. Jeder von uns geniesst mindestens einen Gang mit Rentier. Gemäss der Geräuschkulisse könnten wir aber auch in einem Schweizer Restaurant sein, denn um uns herum hat es beinahe nur Schweizer.
Nach dem Abendessen machen wir noch einen kurzen Spaziergang und verabschieden uns dann von Karin und Martin. Eigentlich hatten wir geplant über Nacht auf dem Parkplatz zu bleiben. Aber als wir zurückkommen, ist es dort sehr laut, da im angrenzenden Restaurant laute Musik läuft. Kurzerhand entschliessen wir noch etwas zu fahren. Nach ca. 50 Minuten Fahrzeit finden wir ein ruhiges Plätzchen direkt an einem See.
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Route Tag 24



