Sonntag 22.05.2016
Bereits um 05:45 ist heute Aufstehen angesagt. Wir müssen um 06:30 Uhr abfahren, damit wir rechtzeitig in Hilo sind. Heute steht als erstes ein Helikopterflug auf dem Programm. Für Sibylle ist es der erste Flug und für mich ist es der erste Flug bei welchem ich nicht liege und an Infusionen angeschlossen bin. Der schnellste Weg nach Hilo ist wieder über die Saddle Road. Die Landschaft hier ist sehr eindrücklich und karg. Nur wenige Pflanzen können hier Fuss fassen. Auch ist es hier mit 10°C wesentlich kühler als an der Sonnenküste.
Auf dem Flughafen in Hilo angekommen checken wir beim Fluganbieter ein. Als erstes werden wir gewogen, damit der Helikopter richtig ausbalanciert werden kann. Anschliessen müssen wir noch ein Sicherheitsvideo anschauen, bevor es in die Luft gehen kann.
Beim Landeplatz müssen wir noch einen Moment warten bis der Pilot von der früheren Tour zurück ist. Im Helikopter haben 6 Personen plus Pilot Platz. Jeder von uns bekommt eine Nummer, nach welcher wir per Handzeichen zum Einsteigen aufgerufen werden. Rufen hätte hier keinen Sinn, da es sehr laut ist. Da der Helikopter möglichst gleichmässig ausbalanciert werden muss, werden die Plätze zugeordnet. Ich bekomme einen Sitz in der Mitte und Sibylle den Sitz am Fenster. Da der Helikopter aber grosse Fenster hat ist auch aus der Mitte alles sehr gut zu sehen.
Nachdem wir angegurtet sind und die Kopfhörer aufgesetzt sind werden wir vom Pilot begrüsst. Er gibt uns noch die letzten Informationen und schon heben wir ab in Richtung Puʻu ʻŌʻō. Dies ist ein Vulkankegel des Vulkans Kilauea, der seit 1983 sehr aktiv ist. Die Landschaft verändert sich sehr schnell. Wo gerade noch dichter Wald war, ist jetzt ein schwarzes, karges Lavafeld. Teilweise brennen auch Bäume. Der Pilot erklärt uns, dass die Bäume nur dann brennen, wenn sie direkt von der Lava berührt werden. Kurz darauf erreichen wir den Krater. Der Anblick ist irgendwie unwirklich und nur schwer beschreibbar. Deshalb lassen wir Bilder sprechen.
Nachdem wir den Krater und das Lavafeld ausgiebig beobachten konnten, zeigt uns der Pilot noch ein paar Wasserfälle und die Küste von Hilo, bevor es zurück zum Flughafen geht. Der Flug ist definitiv ein Highlight unserer Reise und vermutlich auch das teuerste. Aber es hat sich wirklich gelohnt.
Nach diesem Abenteuer fahren wir zu einem Strand in Hilo, wo es gemäss dem Piloten immer Schildkröten zu sehen gibt. Direkt am Strand sehen wir keine Schildkröten, aber dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da sehr viel los ist. Wir verlassen den Sandstrand und erkunden die Felsen entlang der Küste. Etwas abgelegen und vom Meer geschützt finden wir ein Wasserloch. Zuerst sehen wir sie beinahe nicht, da sie gut getarnt sind. Im Wasser sind 4 Schildkröten zu sehen, welche das Leben geniessen. Wir sind komplett für uns alleine und beobachten die Schildkröten eine Weile.
Da wir im Reiseführer für Hilo und Umgebung nichts mehr finden, dass uns interessiert, fahren wir auf der Saddle Road zurück in kühlere Gefilde. Für Mauna Kea ist es noch etwas früh, da wir dort den Sonnenuntergang beobachten wollen. Zum Glück gibt es gleich auf der anderen Seite auch noch Mauna Loa. Dieser ist als schlafend eingestuft und es führt eine Strasse bis auf 3350 m. ü. M. Auf dieser Höhe gibt es eine Meteorologische Messstation und eine Sternwarte. Die Fahrt zur Messstation ist kurzweilig, da die Strasse sehr viele Windungen hat. Zudem ist sie einspurig, was aber nicht wirklich ein Problem ist. Auf der gesamten Fahrt nach oben kommt uns nur ein Velo und ein Auto entgegen. Oben angekommen vertreten wir uns etwas die Beine, bevor es wieder nach unten geht. Leider ist das Wetter nicht so gut und Mauna Kea versteckt sich hinter den Wolken.
Zurück auf der Saddle Road nehmen wir Mauna Kea in Angriff. Beim Besucherzentrum, wo wir gestern den Sonnenuntergang genossen haben, machen wir einen kurzen Zwischenstopp, damit wir unsere Blasen erleichtern können. Anschliessend geht es auf ungeterrter Strasse weiter zum Gipfel. Ab hier dürfen nur noch Fahrzeuge mit 4×4 fahren, da diese die Strasse weniger stark beschädigen. Zudem ist die Rückfahrt vom Gipfel nicht zu unterschätzen. Eine gute Motorbremse ist hier definitiv ein Muss.
Oben angekommen präsentiert sich uns eine Steinwüste mit diversen Sternwarten, welche silbrig glänzen. Bis die Sonne untergeht, dauert es noch etwa 45 Minuten. Ich erkunde in dieser Zeit den Gipfel etwas zu Fuss, während Sibylle im Auto ein Nickerchen macht. Die Luft hier oben ist dünner und das umherwandern ist anstrengend. Kurz vor 19 Uhr ist es dann so weit und die Sonne verabschiedet sich mit einer super Show. Kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, werden wir vom Park Ranger freundlich aber bestimmt gebeten uns nach weiter unten zu begeben, damit unsere Scheinwerfer die Teleskope nicht stören. Wir fahren auf einen Parkplatz etwas weiter unten, auf welchem wir den Sternenhimmel geniessen, bevor wir nach Hause fahren.














