Dienstag 24.05.2016
Inzwischen sind wir eine Woche auf Big Island und haben es bisher noch nicht geschafft eine Wanderung zu machen. Zum einen ist es sehr warm und feucht und wir mussten uns erst etwas akklimatisieren und zum anderen gibt es hier einfach so viel zu sehen. Die Insel ist nicht gerade klein und oftmals darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. So kommen wir natürlich nicht so schnell vorwärts. Lange Rede kurzer Sinn, wir hatten einfach noch keine Zeit.
Heute aber nehmen wir uns die Zeit. Wir wollen in den Krater des Kilauea Iki durchwandern. Gemäss Reiseführer dauert die Wanderung ca. 4 h. Wir starten auf dem Parkplatz des Aussichtspunkts, von wo uns der Wanderweg zuerst durch dichten Regenwald führt. Wo man auch hinschaut überall ist es saftig grün.
Nach einer Weile führt der Weg in den Krater hinab und die Vegetation ändert sich schlagartig. Wo gerade eben noch Grün die dominierende Farbe war, wurde diese jetzt durch Schwarz abgelöst. Entgegen unserer Vermutung ist es im Krater nicht extrem heiss. Dies ist vor allem dem Wind zu verdanken, der hier konstant bläst. Guter Sonnenschutz ist aber trotzdem unerlässlich. Der Weg ist hier teilweise sehr uneben, da er über ein Lavafeld führt. Wir sind froh, dass wir lange Hosen angezogen haben, denn die Lava kann teilweise scharf wie Glas sein.
Auf dem Weg wird das triste Schwarz immer wieder durch Büsche mit roten Früchten oder kleine Palmen und Farne aufgelockert, die sich hier behaupten. Dies ist umso eindrücklicher, wenn man bedenkt, dass die letzte Lava hier erst vor ca. 20 Jahren erstarrte. Der Vulkan brach das letzte Mal 1959 aus. Der Lavasee brauchte 36 Jahre bis er komplett erstarrte. Im Kern ist der Vulkan aber immer noch heiss, so dass Regenwasser welches versickert als Dampf zurück an die Oberfläche tritt.
Am anderen Ende des Kraters wechselt die Vegetation wieder so abrupt wie zu Beginn und der grüne Wald begrüsst uns wieder. Obwohl es im Krater eigentlich wärmer als im Regenwald ist, kommen wir erst im Wald zum Schwitzen – wir vermissen den kühlenden Wind. Nach gerade mal 2.25 h sind wir zurück beim Auto.
Da der Tag noch Jung ist fahren wir anschliessend zur Küste, wo die Lava das Meer erreichte. Hier bläst eine sehr steife Brise und die Parkrangerin meint heute sei ein guter Tag, denn ohne Wind sei es hier unten beinahe nicht auszuhalten. Das glauben wir ihr gerne, denn das Thermometer im Auto zeigt 32°C an. Hier unten gibt es keine Sandstrände, sondern nur steile Klippen und einen Klippenbogen.
Allzulange halten wir es hier unten nicht aus. Wir fahren zurück in höhere Gefilde, wo es merklich kühler ist. Unterwegs machen wir einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt, der auf einem Strassenschild angepriesen wird. Nach 15 Meilen sehr enger Strasse endet dieselbe, leider ohne einen wirklich schönen Aussichtspunkt. Der Abstecher hat sich also nicht gelohnt und Foto habe ich keines gemacht ;).
Inzwischen sind wir schon wieder seit 10h unterwegs. Wir entscheiden uns zurück zur Lodge zu fahren und vor dem Nachtessen noch etwas auszuspannen. Das Nachtessen nehmen wir dann im Park zu uns mit direktem Blick auf die rot glühende Rauchwolke des Vulkans.






